Eines der größten Probleme jeder urbanen Region ist der Müll, welcher oftmals unnötigerweise und zu Hauf anfällt und aufwändig gesammelt, verwahrt und entsorgt werden muss. Dabei ist zum einen die Produktion von Verpackungen – welche den größten Anteil an den anfallenden Abfällen ausmachen – äußerst energie- und ressourcenaufwändig, zum anderen verursachen auch ausgediente Verpackungen indirekt Schäden an Natur und Umwelt: auch heutzutage wird immer noch ein Großteil des anfallenden Mülls verbrannt oder auf Deponien gelagert, wo jener langsam verrottend das Grundwasser und die Böden verunreinigt.

An keinem anderen Beispiel wird diese Problematik so deutlich wie bei dem äußerst beliebten ‚Kaffee zum Mitnehmen‘: Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fallen allein in Deutschland pro Stunde 320 000 Einwegbecher als Müll an; das macht ca. 3 Milliarden Becher pro Jahr! Auf die Produktion dieser im Durchschnitt 15 Minuten lang genutzen Becher entfallen für Deutschland jährlich ca. 22000 Tonnen Rohöl und 83.000 Tonnen CO2. Da der Großteil dieser Becher aus mit Kunststoff beschichteter Pappe bestehen, lassen sich diese darüber hianus nur schwer recyceln. Das Ironische: selbst die USA wenden sich von dieser Wegwerfkultur ab und praktizieren die Nutzung von Mehrwegbechern.

Daher hat die DUH die Aktion „Becherheld – Mehrweg to go“ ins Leben gerufen, um auf die ökologischen Folgen der Nutzung von Einwegbechern aufmerksam zu machen. Darüber hinaus setzt sich die DUH für eine Abgabe auf Einwegbechern in Höhe von 20ct ein, um dadurch langfristig den Verbrauch und damit auch den entstehenden Müll zu reduzieren. Vergleichbare Bestrebungen hätten sich bisher als effektiv herausgestellt, so der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch:

„Erfahrungen mit der Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten in Irland haben gezeigt, dass deren Verbrauch von 328 Stück pro Kopf und Jahr auf heute nur noch 16 Stück gesunken ist. Mit einer ähnlichen Wirkung ist auch bei einer Abgabe auf Coffee to go-Becher zu rechnen.“

Dabei gilt Berlin als Hauptziel der Aktion „Becherheld“: Durch Einführung einer Becherabgabe in der Bundeshauptstadt könne eine positive Singalwirkung erreicht werden, die die übrigen Bundesländer und Komunen zum Mitziehen motiviere und die deutschlandweite Cafebranche nachaltiger gestalten könne, so Resch. Hierbei gibt es bereits erste Erfolge zu verzeichnen: ein Zusammenschluss aus 16 Cafés in Berlins Stadtbezirken Neukölln und Kreuzberg mit dem Slogan “Just Swap it“ hat September dieses Jahres ein Pfandsystem für Mehrwegbecher eingeführt, bei welchem der Kunde gegen einen Aufpreis von vier Euro seinen Kaffee in einem wiederbenutzbaren Becher erhält, welchen er bei nächster Gelegenheit in einem der beteiligten Läden gegen Pfand wieder abgeben kann. Dieses vorläufige Pilotprojekt läuft noch bis zum 30. Januar 2017. 

Neben der Deutschen Umwelthilfe gibt es noch weitere Bestrebungen das Kaffeebecherproblem anzugehen: Julia Post, eine Politikwissenschafts-Studentin aus München, hat vergangenes Jahr die Initiative „Coffee to go again“ ins Leben gerufen. Mit Ihrer Aktion will Sie u.a. mittels Hinweisschildern und Aufklebern in deutschen Gastronomiebetrieben Verbraucher auf das Becherproblem aufmerksam machen. Bereits über 200 Kioske, Cafés und Bäckereien in ganz Deutschland nehmen schon an der Aktion Teil, Tendenz steigend. Ziel ist es, zu erreichen, dass Kunden ihre eigenen Becher oder Thermoskannen zum Bäcker oder Café ihrer Wahl mitnehmen können und diesen dann entsprechend auffüllen lassen. Daneben fordert die Initiative die „Besteuerung von Einwegbechern“ und die „Einführung eines deutschlandweit einheitlichen Pfandsystems für Mehrwegbecher“.

Beide Initiativen fordern ein Umdenken der Verbraucher, die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen und das Adressieren von Vorbehalten (z.B. eventuelle Hygienebedenken).

An dieser Stelle möchte ich an an den interessierten Leser und die Grüne Jugend NRW appellieren, sich vertiefend mit der Thematik Konsum und Müll zu beschäftigen und Initiativen, wie zum Beispiel „Becherheld“ und „Coffee to go again“, zu unterstützen. Umweltpolitik und Ökologie waren, sind und bleiben die Kernkompetenzen der Grünen Jugend.

Wichtige Links & Quellen:

Initiative „Becherheld“

Berliner Cafés sagen Pappbechern den Kampf an

Initiative „Just swap it“

Initiative „Coffee to go again“